In Bolivien helfen Minderjährige bei der Paranussernte. Was einige als „Kinderarbeit“ anklagen, ist für andere überlebenswichtig. Und jetzt?

Fotos: Martin Zinggl

Der Bezirk Pando sieht aus der Luft betrachtet aus wie ein Feld voll Broccoli. Dunkelgrüner Regenwald, nur ab und an unterbrochen von einem rotbraunen Fluss oder einer braunroten Straße. Unter dem Blätterdach stapft Horfilio Villanueva an diesem Morgen über Lianen und Baumstämme, hackt mit der Machete ins ­Dickicht, Schweiß tropft ihm vom Kinn.

Hinter ihm läuft sein Neffe Ismael, die Machete über die schmale Schulter gelegt, die Turnschuhe schlammbedeckt. Seit einer Stunde streifen die beiden durch das Gestrüpp, hier im Nordosten Boliviens, kurz vor der Grenze zu Brasilien. Sie sind auf der Suche nach Paranüssen.

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Fabian Franke Journalist Paranusskerne Kinderarbeit Bolivien