Fabian Franke

Journalist

Rettet die Bienen – aber welche eigentlich?

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Bild: Timothy Paule, CC0

„Rettet die Bienen“ – ein einfacher Slogan für mehr Artenvielfalt. Damit lassen sich Volksbegehren bestreiten und eine Botschaft auf den Punkt bringen. Imkerkurse sind deshalb voll, Großstädter wollen etwas gegen das Bienensterben tun. Doch so einfach ist es nicht, denn Biene ist nicht gleich Biene. Was helfen soll, kann auch schaden.

Uwe Meyer hat das Volk genau im Blick. Mit etwas Abstand beobachtet er, wie ein Schüler einen Holzrahmen aus einem Bienenstock manövriert, der vor Hunderten Bienen wimmelt. Ein anderer Schüler pustet Rauch in den Holzkasten. „Nicht so ruckartig“, sagt Meyer mit ruhiger Stimme. „Mehr Rauch.“

Jeden Mittwoch kommen die Schüler der „AG Junge Imker“ vom benachbarten Gymnasium herüber in den Bienenlehrgarten des Imkervereins „Wuhletal 1864“ in Hellersdorf. Meyer ist seit den 70er-Jahren Imker, mittlerweile Vereinsvorsitzender, pflegt zwölf Völker und isst nach eigener Aussage jeden Tag einen Esslöffel Honig. Und er sagt: „Das Interesse ist gestiegen.“

Während der Imkerverein in seiner fast 155-jährigen Geschichte den ein oder anderen Mitgliederschwund durchgestanden hat, begeisterten sich in den letzten Jahren immer mehr Menschen für das Imkern. Aber nicht nur das: „Sie wollen was für die Natur machen“, sagt Meyer.

Nicht nur in Hellersdorf ist das so. Nach und nach scheint ein Aufwachen durch das Land zu gehen, der Kampf um die Artenvielfalt erreicht nun auch die Region Berlin/Brandenburg. Nachdem das Volksbegehren in Bayern im Februar mit dem Titel „Rettet die Bienen!“ in 14 Tagen 1,74 Millionen Unterschriften gesammelt hat, kündigten nun auch NABU und BUND in Brandenburg an, eine Initiative für mehr Artenvielfalt zu starten. Nach Ostern sollen die ersten Unterschriften gesammelt werden. Und die Landesverbände in Berlin möchten den Schwung aus Bayern ebenso nutzen, um das Thema weiter voranzubringen – auch wenn sie keine eigene Initiative planen: „Wir wollen die Aktio nen unter stützen, die schon beschlossen sind – zum Beispiel das Stadtgrün auszuweiten. Diese Sachen müssen jetzt in die Umsetzung“, sagte der Landes geschäftsführer des BUND Berlin, Tilman Heuser.

Die Biene avanciert zum Wappentier einer Bewegung für Artenvielfalt. Doch ist eine Losung der Devise „Rettet die Biene, dann geht es der Natur gut” wirklich so einfach? Und um welche Biene geht es hier eigentlich?

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Erschienen am 27.03.2019 im ZITTY Magazin.

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